ABSCHAFFEN ODER AUSDEHNEN – DIE ZUKUNFT DER MEDIENREGULIERUNG

 

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Keep it simple, stupid! Diese Aufforderung dürfte jedem Produktentwickler bekannt sein. Ist ein Produkt zu kompliziert, bleibt es wie Blei in den Regalen liegen. Wird es zu komplex, schwindet das Interesse. Darum haben wir in dieser Ausgabe versucht, die durchaus trockenen Themen "Plattformregulierung" und "Netzneutralität" auf den Punkt zu bringen. Oder einfach gesagt: In der Diskussion um eine konvergente Medienregulierung geht es um nichts weniger, als sie auszudehnen oder in weiten Teilen abzuschaffen. Schauen sich die Medienwächter in Zukunft Intermediäre wie Google oder Facebook sowie die Benutzeroberflächen von TV-Geräteherstellern genauer an oder fällt die Machtposition der TV-Sender gegenüber Netzbetreibern?

Weitaus emotionaler und damit für den Außenstehenden noch verwirrender wird die Debatte um die Netzneutralität geführt. Nach der EU-Verordnung sitzen nun die nationalen Regulierer auf europäischer Ebene zusammen und entwickeln Leitlinien zur Umsetzung der Verordnung. Dabei geht es um nichts weniger als das Internet der Zukunft: Schlägt man jetzt regulatorische Pflöcke ein, um Marktmissbrauch zu vermeiden oder wartet man lieber ab, bis sich jemand beschwert und handelt dann?

Fragezeichen hinterlässt auch das Verhalten der Regierung, wenn es um die Datenspeicherung und den Datenschutz geht. Beides wird dem Kabelnetzbetreiber abverlangt, aber in der Praxis beißt sich die Katze in den Schwanz. Das schmerzt insbesondere den Mittelstand. Ein Hinweis an die Regierung auf den Satz in der Überschrift wäre eventuell hilfreich. Und als gäbe es nicht schon Vorschriften genug, müssen sich die Kabelnetzbetreiber nun auch noch Gedanken darüber machen, ob ihre Netze unter die Definition einer Kritischen Infrastruktur fallen.

Dagegen kommt die Vodafone GmbH mit einem recht einfach gestrickten Schreiben daher, mit dem sie per Postwurfsendung die Deutsche Breitbandinitiative vermeldet. Die breit(bandig) klingende Initiative entpuppt sich jedoch als etwas ganz anderes.

Von der Zukunft des breitbandigen Internets zur Zukunft des Regiostars, des letzten verbliebenden Preises für lokale und regionale Fernsehmacher. Der Branche geht es wirtschaftlich schlecht, sie fühlt sich zudem als Sprungbrett für junge Talente, die den Regiostar auch dazu nutzen, um sich bei den großen TV-Sendern zu bewerben. Was Regiostar-Macher Sebastian Richter davon hält, verrät er im Interview mit MediaLABcom.

Ein Veranstaltungshinweis und Kurzmeldungen runden die Ausgabe ab. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre.

Heinz-Peter Labonte, Herausgeber
Marc Hankmann, Redaktionsleiter
Dr. Jörn Krieger, Redakteur

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